Royal Cultural Moments...
 
 
 


Kunst und Kultur in Gröden

Die ladinischen Dolomitentäler sind reich an Tradition und Bräuchen aus alter Zeit. Rund um jedes Familienereignis sowie um große christliche Feste im Kirchenjahr bildeten sich seit jeher zahlreiche Bräuche mit tiefem Sinn.

Charakteristisch für Gröden sind sicherlich auch die Grödner Trachten, die zu den schönsten im gesamten Alpenraum gehören. Aus dem bereits angeführten Buch "Das Grödner Thal" sei diesbezüglich zitiert: "Die Kleidung und Tracht der Grödner hat, entgegen anderer Tiroler Gebirgsbewohner, viele Wandlungen durchgemacht, und scheint schon in alten Zeiten sehr wechselliebender Mode unterlegen gewesen zu sein. Schon in der Kopfbekleidung dürfte wohl kaum eine zweite Gebirgstracht so viele Wandlungen durchgemacht haben wie jene Grödens".

Typisch für Gröden und seine Trachten ist außerdem der Grödner Hochzeitszug, der von Franz Moroder so beschrieben wird: "Voran die Musikanten mit Schwegel, Klarinette, Fidel, Bassgeige und Hörnern, dann die Kranzljungfrau und ihr Begleiter, dann die Braut mit dem Führer, der Bräutigam mit dem Führer und schließlich alle Eingeladenen, sämtlich in der bunten, reichen Festtracht, die Mädchen mit dem Kranze auf dem Kopfe; ...".


  
Die ladinische Sprache
"Bënunì te Gherdëina!" - Willkommen in Gröden!

Wenn die Grödner unter sich sind, sprechen sie vorwiegend Ladinisch. Diese alte Sprache geht auf die Zeit der römischen Besiedlung des Alpenhauptkammes zurück und weist auffallende Ähnlichkeiten mit dem Altkastilischen, dem Provenzalischen und der katalanischen Sprache auf. Die italienische Sprache beispielsweise ist erst einige Jahrhunderte später entstanden. Heute wird das Ladinische, einst die verbreitetste Sprache in der Alpenregion, noch in einigen Sprachinseln gesprochen: in den ladinischen Dolomitentälern von Gröden, Gadertal, Fassatal, Buchenstein und Ampezzo (überall mit besonderem Lokalkolorit), ferner im Friaul sowie im Kanton Graubünden in der Schweiz (auch hier mit wesentlichen Unterschieden zwischen einem Tal und dem anderen). Im Jahre 1985 feierte man in ganz Ladinien ein bedeutendes Jubiläum: 2000 Jahre Ladiner. Der römische Feldherr Drusus eroberte 15 v. Chr. unsere Alpenregion, und aus der Fusion zwischen der altkeltischen (rätischen) Kultur mit jener der Römer entstand die neue ladinische Sprache, die sich in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt eingebürgert haben dürfte. Auch zahlreiche alte Hof-, Flur- und Ortsnamen im auch heute noch dreisprachigen Südtirol beweisen die weite Verbreitung des Ladinischen, sogar bis zurück in das 16. oder 17. Jahrhundert: Tschars, Tartsch und Prämajur im Vinschgau sowie Tschöfas, Tanürz und Albions im Grödner Nahbereich seien hier als Beispiele genannt.
Erst durch die Zeit der Völkerwanderung germanischer Stämme gewann das Deutsche die Oberhand und das Ladinische wurde in schwer zugängliche Seitentäler verdrängt. Heute wird in den Schulen Ladinisch als Pflichtschulfach gelehrt, zudem gibt es verschiedene Publikationen in ladinischer Sprache (Bücher sowie Zeitschriften) und regelmäßig werden Radio- und Fernsehsendungen ausgestrahlt.



Die Grödner Holzschnitzerei. Eine langjährige Tradition.

Der Kunstsinn der Grödner ist weltbekannt, vor allem die sakrale und profane Holzschnitzkunst. Mit den Händen sehen, mit den Augen fühlen: so wird aus Handwerk Kunst. Empfinden, Vorstellungsvermögen und Wille nehmen Gestalt an. Das Holzschnitzen hat in Gröden Tradition und ist zu Beginn des 17. Jh. entstanden um die lange Winterzeit zu überbrücken. Bis vor hundert Jahren noch war Gröden ein abgeschiedenes, schwer zugängliches Hochtal, das seine Einwohner zu einem Nebenerwerb zwang. Im Winter wurde geschnitzt und im Sommer wurde alles in die Welt hinausgetragen und verkauft. Aus Not wurde ein Kunstwerk, dessen besonders wertvolle Exemplare Sie im Heimatmuseum bewundern können.

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